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Reifegradmodell 3.0

Wenn es um digitale Transformation geht, wissen viele Unternehmen gar nicht wo genau sie anfangen können – es fehlt an Messbarkeit.
Reifegradmodell 3.0

Im Arbeitskreis „Digitale Geschäftsprozesse“ des Bitkom arbeitete Marcel Mühlbach, Produktmanager bei Ceyoniq, mit weiteren Experten und Expertinnen an einem Reifegradmodell 3.0. Mit diesem konkreten Leitfaden können Organisationen und Unternehmen ihren digitalen Status quo bewerten und dabei den momentanen Reifegrad ihrer Prozessdigitalisierung ermitteln. Das Modell arbeitet dabei über fünf Dimensionen, die je drei Kriterien mit zwei Fragen umfassen – ein branchenübergreifend gültiger Ansatz, bei dem der Praxisnutzen im Vordergrund steht.

Im Interview teilt er, welche Chancen das Modell eröffnet und welche Stolpersteine auf dem Weg zur digitalen Transformation lauern.

Marcel Mühlbach Produktmanager der Ceyoniq

1. Seit wann bist du Teil des Arbeitskreises und was
bedeutet das für dich persönlich?

Ich bin seit Mitte 2024 Teil des Bitkom-Arbeitskreises „Digitale Geschäftsprozesse“.
Für mich persönlich ist die Mitarbeit eine echte Bereicherung, weil ich das Thema Prozesse mit Begeisterung angehe – und zwar ganzheitlich: Im Zusammenspiel von Menschen, Technik und Organisation.

Der Arbeitskreis bringt genau das zusammen – ExpertInnen aus großen Unternehmen, Lösungsanbietern und der öffentlichen Verwaltung. Dieser Austausch auf Augenhöhe war für mich besonders inspirierend, weil hier sehr unterschiedliche Erfahrungen, Herausforderungen und Blickwinkel zusammentreffen. Weiter hat die Arbeit am Reifegradmodell 3.0 sehr meinen Blick als Produktmanager für nscale PAP und unseren Invoice-Bereich geschärft. Ich konnte meine eigenen praktischen Erfahrungen einbringen und gleichzeitig viel für die Weiterentwicklung unserer Produkte mitnehmen.

2. Warum sind digitale Geschäftsprozesse gerade jetzt wichtig?

Digitale Geschäftsprozesse sind heute wichtiger denn je, weil Organisationen in einer Phase stehen, die geprägt ist von Fachkräftemangel, Effizienzdruck, steigender Komplexität, regulatorischen Anforderungen, besonders im öffentlichen Bereich, sowie einer gestiegenen Erwartungshaltung von Kunden und Kundinnen & Mitarbeitenden an digitalen Erlebnissen. Denn letztlich geht es nicht nur um Digitalisierung „um der Digitalisierung willen“, sondern um messbare Vorteile wie Effizienz, Datenqualität und Transparenz. Digitale Prozesse sind damit nicht mehr „nice to have“, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor – sowohl für Unternehmen als auch für die öffentliche Verwaltung.

3. Kannst du das Reifegradmodell 3.0 in Grundzügen vorstellen?

Das Reifegradmodell Digitale Prozesse 3.0 unterstützt Organisationen dabei, systematisch einzuschätzen, wie digital ihre Geschäftsprozesse wirklich sind – und wo noch Optimierungsbedarf besteht.

Es berücksichtigt dabei fünf Dimensionen:

Technologie: Wie gut ist der Prozess technisch umgesetzt und in die Systemlandschaft integriert? Sind In- und Outputs digital? Gibt es Medienbrüche oder fehlende Schnittstellen?

Prozessqualität: Ist der Prozess klar beschrieben, standardisiert und stabil ausführbar? Werden Qualitäts- und Compliance-Anforderungen zuverlässig eingehalten?

Prozessdaten: Werden Prozessdaten digital erhoben, strukturiert bereitgestellt und aktiv genutzt, z. B. für Auswertungen, Steuerung oder den Einsatz von KI?

Kundinnen & Kunden: Wie konsequent ist der Prozess an den Bedürfnissen der Nutzenden ausgerichtet? Wie transparent, verständlich und barrierefrei ist die Interaktion gestaltet?

Skills & Kultur: Verfügen Mitarbeitende und Führungskräfte über die nötigen digitalen Kompetenzen? Unterstützt die Organisation aktiv eine Kultur des digitalen Wandels und der kontinuierlichen Verbesserung?

Jede Dimension wird über Kriterien und Fragen bewertet; das Modell bleibt dabei niedrigschwellig, praxisnah und leicht anwendbar. Visualisiert wird der Reifegrad z. B. als Spinnennetzdiagramm.

reifengradmodell

4. Ausblick: Welche Chancen ergeben sich daraus?

Das Reifegradmodell ermöglicht eine transparente Identifikation von Digitalisierungs- und Automatisierungspotenzialen. Durch die Bewertung über fünf Dimensionen erhalten Unternehmen nicht nur eine Momentaufnahme, sondern einen strukturierten Entwicklungspfad. Dazu gehören konkrete Empfehlungen für End-to-End-Digitalisierung und Prozessoptimierung. Außerdem können durch die klaren Kriterien und Visualisierungen schnellere Entscheidungen getroffen werden.

Für unsere Partner entsteht wiederum eine gemeinsame Grundlage für Beratungsprojekte, auch im Verfahren mit Kunden, sowie für Benchmarking und Weiterentwicklung von Best Practices. Die branchenübergreifende Anwendbarkeit des Modells schafft dabei Vergleichbarkeit und fördert den Wissenstransfer zwischen unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen.

Mehr dazu auf www.bitkom.org

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